Mittwoch, 10. Juni 2009

Gaddafi zu historischem Besuch in Rom eingetroffen



Gaddafi zu historischem Besuch in Rom eingetroffen

Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi ist am Mittwoch zu einem historischen Besuch in Rom eingetroffen. Gaddafi landete mit einer Delegation von über 300 Personen auf dem Militärflughafen Ciampino.

Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden in Rom ergriffen. Die Visite in Rom will nach der Unterzeichnung eines weitreichenden Abkommens im vergangenen August den Neubeginn der Beziehungen zwischen dem ölreichen Maghreb-Staat und der ehemaligen Kolonialmacht festigen. Außenminister Franco Frattini bezeichnete den Besuch als „historisch".

Während seines dreitägigen Aufenthalts will Gaddafi den italienischen Staatschef Giorgio Napolitano, Regierungschef Silvio Berlusconi, die Präsidenten beider Parlamentskammern sowie Unternehmenschefs und Wirtschaftsvertreter treffen. Gaddafi wird auch eine Gruppe von 700 Frauen aus Wirtschaft, Kultur und Gemeinschaft treffen.

Für den Abend ist eine gemeinsame Pressekonferenz Gaddafis mit Berlusconi vorgesehen. Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Berlusconi und Gaddafi steht auch die gemeinsame Migrationspolitik.

Vor drei Wochen begann Italien mit der Abschiebung der Migranten, die von den libyschen Küsten abfahren. In Rom sind in diesen Tagen Protestkundgebungen von Menschenrechtsorganisationen gegen Gaddafi geplant. Libyen wird beschuldigt, die Rechte der Migranten zu verletzen.

Gaddafi wird sein Zelt in der größten römischen Parkanlage, der Villa Doria Pamphili, aufschlagen, wo er einige Gäste empfangen wird. Gaddafi wird in der Residenz der Villa übernachten. Das Zelt im Park der Villa Doria Pamphili, löste den Protest vieler Bürger aus, die wegen des ausländischen Gasts die Grünfläche zum Teil nicht betreten dürfen.

Italien hatte Libyen 1911 dem Osmanischen Reich im Krieg abgenommen und mehr als 30 Jahre lang besetzt gehalten. Nach einer Zeit unter UNO-Verwaltung wurde der Maghreb-Staat 1951 unabhängig.

Mit dem Abkommen vom vergangenen Jahr sind Milliardenentschädigungen sowie eine stärkere Zusammenarbeit beider Länder im Kampf gegen die illegale Einwanderung verbunden. (apa)
Quelle:Dolomiten


Gaddafi provoziert Rom mit Foto von antiitalienischem Helden

Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi hat am Mittwoch zu Beginn seines historischen Besuchs in Rom für Aufsehen gesorgt.
Es handelte sich um ein Schwarz-Weiß-Bild der Festnahme im Jahr 1931 des Helden des anti-italienischen Widerstandskampfes in Libyen, Omar al-Mukhtar.

Der als „Löwe der Wüste“ bekannte Mukthar führte fast 20 Jahre lang die Revolte gegen die koloniale Besatzung Italiens an, bevor er gehängt wurde. Auf dem Foto ist er in Ketten und von hohen italienischen Offizieren umringt zu sehen.