Donnerstag, 11. Juni 2009

Ialien: 36.284 Ausländer leben in Südtirol-Tendenz steigend:



Ialien: 36.284 Ausländer leben in Südtirol-Tendenz steigend:


Wie in allen westlichen Industrieländern haben sich auch in Südtirol immer mehr Migranten aus aller Welt niedergelassen. Seit fast zwei Jahrzenten ist der Wanderungssaldo progressiv angestiegen. In zwanzig Jahren hat sich der Zahl der in Südtirol lebenden Ausländer mehr als versiebenfacht.

10 Prozent mehr ansässige Ausländer als im Vorjahr

Am 31.12.2008 waren gemäß amtlicher Bevölkerungsstatistik 36.284 Ausländer in Südtirol ansässig; das entspricht einem Zuwachs von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung, der zu Beginn des Jahres 2008 6,7 Prozent ausmachte, stieg bis zum Ende desselben Jahres auf 7,3 Ausländer je 100 Ansässige.

Dieser liegt über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt von 5,8 Prozent, jedoch unter jenem der norditalienischen Regionen, wo der Großteil der in Italien wohnhaften Ausländer (62,5 Prozent) lebt und arbeitet.

Südtirol beherbergt auch mehr Migranten im Verhältnis zur Wohnbevölkerung als die 27 EU-Staaten, in denen das Ausländerkontingent im Schnitt 6,2 Prozent beträgt. Unsere Nachbarstaaten Schweiz (21,1 Prozent), Österreich (10,3 Prozent) und Deutschland (8,8 Prozent) verzeichnen jedoch deutlich höhere Quoten.

Über 60 Prozent der Ausländer leben in den städtischen Gemeinden

Innerhalb der Landesgrenzen konzentriert sich die Verteilung der ausländischen Bevölkerung auf die größeren Städte, d.h. auf die sieben Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern. Den Löwenanteil verzeichnet die Landeshauptstadt Bozen, wo fast ein Drittel aller Ausländer lebt (31,5 Prozent), gefolgt von Meran mit einem Anteil von 13,7 Prozent und Brixen mit 5,0 Prozent.

Facettenreich ist das Spektrum der Herkunftsländer: Albanien führt mit 4.812 Personen die Rangordnung an, gefolgt von Deutschland mit 4.445 und Marokko mit fast 3.000 Personen. Zusammen stellen diese drei Gruppen mehr als ein Drittel aller Mitbürger mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Die 2.219 Pakistaner sind die stärkste asiatische Gemeinschaft im Lande.

Rumänien wurde mit 01.01.2007 in die Europäische Union aufgenommen. Seitdem haben sich doppelt so viele Rumänen in eines der Melderegister von Südtirols Gemeinden eintragen lassen; die rumänische Volkgruppe ist somit mit 1.499 Mitgliedern zu einer der zahlenmäßig stärksten Gemeinschaften avanciert.

Einer von fünf Ausländern wohnt im Burggrafenamt, 15,2 Prozent im Überetsch-Südtiroler Unterland, 9,3 Prozent im Eisacktal und 8,9 Prozent im Pustertal, während die Gemeinden der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern (6,3 Prozent), des Vinschgaus (4,7 Prozent) und des Wipptals (3,5 Prozent) am wenigsten Ausländer aufgenommen haben.

Betrachtet man den prozentuellen Anteil der ausländischen Bürger an der Wohnbevölkerung in den einzelnen Gemeinden, weisen neben Bozen (11,2 Prozent) und Meran (13,3 Prozent) auch einige kleinere Ortschaften einen Ausländeranteil von über 10 Prozent auf, und zwar Salurn (18,9 Prozent), Franzensfeste (17,4 Prozent), Brenner (12,4 Prozent), Waidbruck (12,0 Prozent) und Margreid a.d.W. (11,3 Prozent).

Im Großteil der Gemeinden (93) liegt die Quote unter dem Landesdurchschnitt von 7,3 Prozent, in 15 davon ist das Phänomen nicht nennenswert (unter 2 Prozent).

Ausländerinnen sind in der Überzahl

Seit ein paar Jahren ist das Geschlechterverhältnis der ausländischen Bevölkerung mehr oder weniger ausgeglichen. Im Bezugsjahr waren die Frauen jedoch in der Überzahl: Sie stellen mit 51,4 Prozent mehr als die Hälfte der ausländischen Wohnbevölkerung.

Besonders konsistent war der Frauenanteil bei den Bürgern aus Amerika: Die höchste Quote erreichen mit mehr als drei Vierteln die Brasilianerinnen. Auch aus den EU-Mitgliedstaaten kommen mehr Frauen als Männer, allen voran jene aus einigen osteuropäischen Ländern (Tschechische Republik, Polen, Slowakei).

Insgesamt betrachtet hielten sich Männer und Frauen aus den europäischen Nicht-EU-Ländern die Waage, wobei das extrem hohe Frauenkontingent aus den Nationen der ehemaligen UdSSR vom größeren Männeranteil der Balkanländer ausgeglichen wurde. Die Gemeinschaften asiatischer bzw. afrikanischer Herkunft, mit Ausnahme Nigerias, der Philippinen und Thailands, waren vorwiegend männlich dominiert.

Entwicklung der ausländischen Bevölkerung schreitet rasch voran

Während immer mehr Menschen aus aller Welt hierzulande eine zweite Heimat suchen, wandern verhältnismäßig wenige wieder aus. Im Jahr 2008 betrug der Wanderungssaldo der ausländischen Wohnbevölkerung mit dem Ausland plus 3.071 Personen: Von den 6.229 Personen kamen 3.833 aus dem Ausland hierher und lediglich 762 verließen das Staatsgebiet wieder. Bei den meisten Löschungen (2.710) handelte es sich um Abwanderungen in andere Gemeinden des Inlands.

Geburtenrate ist hoch

Das Wachstum der ausländischen Bevölkerung ist jedoch nicht ausschließlich auf die Wanderungsströme zurückzuführen. Auch die Geburten leisten ihren Beitrag dazu. Von Jahr zu Jahr kommen mehr Babys mit ausländischer Staatsangehörigkeit auf die Welt: Waren es in den 90er-Jahren durchschnittlich etwas über 100 Neugeborene im Jahr, ist ihre Zahl 2008 auf 665 gestiegen.

Die überdurchschnittlich hohe Fruchtbarkeit sowie eine relativ geringe Sterberate sind ausschlaggebend für die rapide zunehmende Geburtenbilanz der ausländischen Wohnbevölkerung. Diese dynamische Bevölkerungsentwicklung hängt größtenteils mit der jungen Altersstruktur der ausländischen Bevölkerung zusammen: Etwa die Hälfte ist zwischen 25 und 45 Jahre alt, während es bei der einheimischen Bevölkerung nur 28,8 Prozent sind.

Zwei Drittel der ausländischen Wohnbevölkerung sind Europäer

11.728 Menschen kommen aus einem der Mitgliedstaaten der EU-27, was in etwa ein Drittel aller in Südtirol ansässigen Ausländer (32,3 Prozent) ausmacht; mehr als die Hälfte davon vom deutschsprachigen Raum. Die anderen europäischen Länder, welche nicht zur EU zählen, stellen etwas mehr als ein Drittel (35,4 Prozent), während 5.269 Einwanderer aus Asien (14,5 Prozent) und 4.752 aus Afrika (13,1 Prozent) stammen.

Quelle:Landesinstitut für Statistik-ASTAT