
Mutmaßliche Linksextremisten festgenommen
Anschlag auf G8-Gipfel?
Sechs mutmaßliche Linksextremisten sind von der römischen Polizei im Rahmen einer ausgedehnten Anti-Terrorismus-Ermittlung festgenommen worden.
Zu den Verdächtigen zähle ein ehemaliges Mitglied der in den Siebziger und Achtziger Jahren aktiven linksextremistischen Untergrundbewegung „Rote Brigaden" (BR), berichtete die Polizei am Donnerstag.
Er soll versucht haben, eine neue Terrorgruppe aufzubauen. Die Linksextremisten planten angeblich einen Anschlag beim G8-Gipfel im Juli auf der Insel Maddalena vor Sardinien. Dort war ursprünglich der G8-Gipfel geplant, bevor Regierungschef Silvio Berlusconi seine Verlegung in die vom Erdbeben zerstörte Abruzzen-Hauptstadt L·Aquila beschloss.
Im Rahmen der Razzia, die in Rom, Mailand, Genua und anderen Städten durchgeführt wurde, beschlagnahmte die Polizei eine Bombe und Waffen. Seit zwei Jahren liefen Ermittlungen wegen linksextremistischem Terrorismus in Italien.
Die Roten Brigaden wurden 1970 gegründet. Als ihre spektakulärste Aktion gilt die Entführung des damaligen christdemokratischen Parteichefs Aldo Moro. Ein bewaffnetes Kommando entführte den Politiker im März 1978 in Rom, 55 Tage später wurde er ermordet aufgefunden.
Insgesamt werden die Roten Brigaden und ihr Umfeld für rund tausende Attentate mit 415 Toten in der Zeit zwischen 1969 und 1985 verantwortlich gemacht. Eine neue Generation der „Roten Brigaden" bildete sich Ende der 90er Jahre. Sie werden für den Mord an den Arbeitsrechtsexperten Massimo D·Antona (1999) und Marco Biagi (2002) verantwortlich gemacht.
Quelle:Dolomiten
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