
Islam:Ehrenmord an Schwester in Hall-bei Innsbruck
Unfassbare Bluttat schockiert die Haller
Fassungslosigkeit herrscht unter jenen Nachbarn, die miterlebt haben, wie ein 36-jähriger Türke am Freitag seine Schwester erstach.
Hall – Es ist ruhig an diesem Nachmittag in der Wohnanlage am Breitweg an der Gemeindegrenze Hall-Absam.
Am Tag nach der blutigen Familientragödie in Hall, bei der eine 29-jährige Frau vor den Augen ihrer Kinder von ihrem Bruder erstochen worden war, laufen die meisten Nachbarn mit gesenktem Kopf durch die Anlage.
Wie ein Lauffeuer verbreitet
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In der schmucken Wohnsiedlung in Hall herrscht
nach der Bluttat gespenstische Ruhe.
Foto: Zoom-Tirol
Die Nachricht vom Familiendrama verbreitete sich am Vormittag wie ein Lauffeuer. Auf der Straße sind immer wieder kleine Grüppchen zu sehen, die sich entsetzt über die Bluttat unterhalten.
Die vielen Einsatzfahrzeuge waren natürlich schon in der Nacht aufgefallen. „Wir haben zuerst gedacht, dass an der Engstelle des Weges ein Unfall passiert ist“, sagt Anrainer Reinhard Spötl. Erst in der Früh habe er erfahren, dass eine Frau getötet worden sei. „Gekannt habe ich sie aber nicht“, so Spötl.
Kinder schrien wie am Spieß
Entsetzt ist auch Adolf Junker, der im Nachbarhaus wohnt: „Ich habe immer wieder mitbekommen, dass es Streit zwischen den Familien gab.
Gestern Abend habe ich dann plötzlich Kinder gehört, die wie am Spieß geschrien haben. Meine Frau und ich sind dann hinausgelaufen und haben gesehen, wie die Einsatzkräfte versuchten, die Frau wiederzubeleben. Da war uns natürlich noch nicht klar, was passiert war.“
Er ist einer der wenigen, die zur Tragödie etwas sagen wollen. Die meisten Passanten, die durch die Wohnanlage gehen, winken ab. Und auch jene Haller, die auf den Balkonen stehen, schweigen. Einer schüttelt bloß den Kopf, als er auf den Vorfall angesprochen wird. Eine Frau lässt die Rollläden herunter, murmelt verärgert. Der Andrang der Medien ist ihnen sichtbar unangenehm.
Eine ältere Türkin huscht zu den Wohnhäusern. In gebrochenem Deutsch erklärt sie, dass sie das Opfer gekannt habe. „Einfach schrecklich“ – mehr ist ihr nicht zu entlocken.
Versucht, zu helfen
Feliz Kuloglu kommt gerade von einem Besuch bei der Freundin der Ermordeten zurück. Sie kümmere sich inzwischen um die kleine Tochter des Opfers, während der Sohn bei seinen Großeltern untergebracht sei. „Meine Freundin hat versucht, dazwischenzugehen, und ist dabei selbst leicht verletzt worden“, erzählt Kuloglu.
„Es ist so schlimm, besonders für die Kinder. Ich kann mir nicht erklären, wie der Mann so etwas tun konnte.“ Geschockt ist auch Daniel Röder, dessen Mutter in der Anlage wohnt: „Ich habe die Familie vom Sehen gekannt. Irgendetwas Negatives ist mir nie aufgefallen.“
Auch das Landeskriminalamt kann am Samstag noch mit keinen neuen Erkenntnissen aufwarten. Laut Walter Pupp, Chef des Tiroler Landeskriminalamts, sei der mutmaßliche Täter bislang unauffällig und nicht aktenkundig gewesen.
Über den Auslöser des Streits oder das Mordmotiv war am Samstag noch nichts bekannt. „Wir warten noch auf die Spurenauswertungen und das Obduktionsergebnis. Im Laufe der nächsten Tage werden wir den Beschuldigten einvernehmen und die Zeugen befragen“, so Pupp.
Die 30-jährige Ehefrau des mutmaßlichen Mörders befindet sich derzeit im Krankenhaus in Hall. Laut Angaben des behandelnden Oberarztes geht es ihr relativ gut. Sie wird allerdings noch einige Tage medizinisch betreut werden müssen.

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