Mittwoch, 9. Juni 2010

Südafrika-Hotelüberfall: Es hätten auch Terroristen sein können.


Südafrika-Hotelüberfall: Es hätten auch Terroristen sein können.

Bewaffnete überfallen WM-Journalisten in Hotel

In der Nähe von Johannesburg haben Unbekannte mehrere europäische Journalisten überfallen, die über die WM berichten wollen. Die Täter entkamen unerkannt. Der Überfall befeuert die laufende Diskussion über die prekäre Sicherheitslage in Südafrika.

Magaliesburg - Gegen 4.30 Uhr in der Nacht zum Mittwoch schlichen sich mehrere Unbekannte in die in den Bergen von Magaliesburg gelegene, rund 120 Kilometer von Johannesburg entfernte Hotelanlage Nutbush Boma Lodge. Sie durchsuchten mehrere Zimmer nach Wertsachen,
darunter auch die Räume von einem spanischen und mehreren portugiesischen Journalisten, die anlässlich der WM nach Südafrika gekommen waren.

Am Dienstagabend hatte die portugiesische Nationalmannschaft ihren letzten WM-Test in Johannesburg bestritten und dabei 3:0 gegen Mosambik gewonnen. In der Nacht wurden die Berichterstatter von der südafrikanischen Realität eingeholt.

Dem Fotografen Antonio Simone von der portugiesischen Zeitschrift "O Jogo" pressten die Bewaffneten eine halbe Stunde lang eine Pistole an die Schläfe. Mit den Worten "Sleep, sleep!" sollen die Einbrecher versucht haben, die anderen Hotelgäste zu beruhigen.

Dem Redakteur Miguel Serrano von der Zeitung "Marca" nahmen sie der spanischen Zeitung "El Mundo" zufolge 3000 Euro ab, stahlen außerdem seinen Pass, Mobiltelefon, Notebook und Kleidung - während er schlief. "Sie haben mir nur die schmutzige Wäsche und die Akkreditierung gelassen", so der Reporter.

Verletzt wurde bei dem Überfall laut ersten Angaben niemand. Zwar rückten 40 Polizisten an, allerdings erst, als die Täter schon geflohen waren. Ermittler sind derzeit dabei, Zeugen zu dem Vorfall zu befragen. Der Fußball-Weltverband FIFA wurde über den Vorfall informiert.

Das Hotel Nutbush Boma Lodge ist nach außen durch einen Schutzwall gesichert, verfügt aber laut El Mundo über nur einen Wachmann. Man habe angemahnt, dass die Sicherheitslage zu wünschen übrig ließe, sagte Miguel Serrano dem spanischen Blatt, "aber wir dachten, es werde schon nichts passieren".

Quelle:Spiegel
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