Samstag, 12. Februar 2011

Islam-Nahost:Ägypten jubelt über Mubaraks Rücktritt


Überschäumende Freude bei Demonstranten in Kairo
Foto: CIVILUNREST,grh,APA(epa)

Die ganze Nacht haben die Ägypter den Rücktritt von Präsident Mubarak gefeiert. Am Samstag in der Früh wurde die Stimmung kurzzeitig besinnlicher, als die Demonstranten gemeinsam auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo beteten. Es sei ein feierlicher Moment gewesen, sagte eine Korrespondentin des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera.





Unklar ist, wie lange die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz, dem Zentrum der Demokratiebewegung in Kairo, noch ausharren werden. Die Demonstranten hätten immer noch Energie, sagte die Al-Jazeera-Korrespondentin. In der Nacht waren beim arabischen Nachrichtensender und seinem US-Pendant CNN immer wieder Menschen in ganz Kairo zu sehen, die ihre Revolution mit Triumphgesängen, Hupkonzerten, Autokorsos und Feuerwerk feierten. "Das Volk hat das Regime gestürzt", skandierten Demonstranten.
 Der Oppositionspolitiker und Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei sagte laut BBC: "Das ist der schönste Tag meines Lebens."

Mubarak hatte nach 18-tägigen Protesten dem Druck von Millionen Demonstranten nachgegeben und seinen Rückzug erklären lassen. Das Militär übernahm die Macht. Das Militär sagte am Freitag zu, der Ausnahmezustand werde aufgehoben, wenn die Umstände es zuließen. Mubarak selbst setzte sich nach Sharm el-Sheikh auf den Sinai ab.

Nach Mubaraks Rücktritt übernahm am Freitagabend der Oberste Militärrat unter dem bisherigen Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi die Macht. Tantawi grüßte am Abend vor dem Präsidentenpalast in Kairo feiernde Demonstranten. Das Oberkommando der Streitkräfte werde Regierung und Parlament entlassen, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabiya.

Vor allem in den arabischen Staaten kam es spontan zu zahlreichen Freudenfeiern nach dem Rücktritt Mubaraks.
 Im Jemen, wo Langzeitpräsident Ali Abdullah Saleh vorbeugend auf eine neuerliche Kandidatur verzichtete,
 strömten im ganzen Land Menschen auf die Straßen, um den Ägyptern zur gratulieren.
Im Gazastreifen brachten Tausende feiernde Palästinenser den Verkehr zum Erliegen.
Auch in London, New York, Paris, Berlin und in Wien fanden spontane Freudenfeiern statt.
Quelle-Südtirol-News



Algeriens Polizei geht gegen Demonstranten vor

Algerier wollen es den Ägyptern gleichtun
Foto: CITIZENSINITIATIVE&RECALL,jw,APA(Archiv/epa)
Algerische Sicherheitskräfte haben in der Hauptstadt Algier eine spontane Protestkundgebung von Regimegegnern niedergeschlagen. Nach Angaben eines Vertreters der Oppositionspartei RCD wurden am Freitagabend zehn Demonstranten verletzt, zwei von ihnen schwer. Für diesen Samstag haben Gegner des autoritären algerischen Regimes ungeachtet eines Demonstrationsverbots zu einem Protestmarsch aufgerufen.

Bei den Protesten am Freitagabend seien zehn Oppositionelle vorübergehend festgenommen worden, sagte RCD-Sprecher Mohcine Belabbas der dpa. Unter den Sicherheitskräften gab es nach ersten Angaben keine Verletzten. Anhänger der RCD ("Sammlungsbewegung für Kultur und Demokratie") hatten sich nach dem Abgang von Präsident Hosni Mubarak in Ägypten spontan zu einem Protestmarsch entschlossen und auf Arabisch gerufen: "Mubarak ist gestürzt. Wir hoffen, dass (Präsident Abdelaziz) Bouteflika der nächste ist!"

Tausende schwer bewaffnete Polizisten marschierten daraufhin in der algerischen Hauptstadt Algier auf, um die Demonstration zu verhindern. Die Staatsführung beorderte bereits am Freitag tausende zusätzliche Sicherheitskräfte in die Hauptstadt. Die Polizisten seien "bis an die Zähne" bewaffnet. Sie seien in Hunderten von Bussen und Lastern in Algier eingetroffen, berichtete die Tageszeitung "El Watan" im Internet.

Quelle:Südtirol-News

1 Kommentare:

Redaktion hat gesagt…

Und was kratzt Disch das, Du Tunte? :o